Akupunktur
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Die Akupunktur ist die bekannteste aller Therapieformen der Chinesischen Medizin. In Europa wurde sie bereits im 17. Jahrhundert vereinzelt studiert und angewandt. Heute wird sie auf breiter Ebene in fast allen europäischen Ländern eingesetzt. Sie gilt weltweit als eine der populärsten Therapien der Alternativ- und Komplementärmedizin.
Gleichgewicht der Lebenskräfte
Wie alle anderen Therapieformen der Chinesischen Medizin basiert die Akupunktur auf dem Grundgedanken, dass Gesundheit auf einer körperlichen und geistigen Ausgeglichenheit beruht. Das heisst, die gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang sowie Qi (sprich: "tschii") und Blut müssen im Gleichgewicht sein.
Krankheit folgt demnach aus einer Unausgeglichenheit, aus einem Ungleichgewicht der Lebenskräfte. Die Akupunktur strebt die Korrektur dieser Unausgeglichenheit an: durch die Beeinflussung des Qi an speziellen Punkten, den so genannten Akupunkturpunkten.
Die Lebensenergie Qi soll frei fliessen
Gemäss der Chinesischen Medizin verbindet ein engmaschiges Netz von Leitbahnen, auch Meridiane genannt, die verschiedenen, allesamt voneinander abhängigen Körperteile. Durch diese Leitbahnen fliesst Qi, eine Art Lebensenergie mit körpereigenen Informationen. Der Qi-Fluss verbindet Körperoberfläche, innere Organe, Muskeln und Sehnen, Knochen, Gehirn und Sinnesorgane.
Nur die ungehinderte Zirkulation von Qi ermöglicht den lebenswichtigen Austausch und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Organen und Körperregionen. Diese Zirkulation ist für die Balance des körperlichen Gleichgewichts unentbehrlich. Blockaden des Qi-Flusses verursachen ein Ungleichgewicht, einen Mangel an innerer Harmonie. Dies kann zu den verschiedensten Krankheiten führen.
Gezielte Stimulation
Durch die gezielte Stimulation bestimmter Akupunkturpunkte lässt sich Qi beeinflussen: Blockaden werden befreit, Defizite ausgeglichen, Hitze geklärt, Kälte gewärmt und Gegenbewegungen reguliert. Die verschie-denen Punkte haben ganz unterschiedliche Funktionen. Auch gibt es verschiedenartige Stimulationstechniken.
  • In der Akupunktur werden haarfeine Nadeln in die Akupunkturpunkte gestochen und unterschiedlich manipuliert.
  • Will man den Körper wärmen, werden spezifische Punkte mit brennender Moxawolle stimuliert. Diese Technik wird Moxibustion genannt; Moxawolle besteht aus getrockneten Blättern des Beifuss (Artemisia vulgaris).
  • Punkte oder ganze Regionen können auch mit Schröpfgläsern oder der Chinesischen Tuina-Massage stimuliert werden.
  • Ungeachtet der Stimulationstechnik besteht das Ziel der Therapien immer darin, die körpereigenen Funktionen anzuregen und den inneren Gleich-klang wiederherzustellen.
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