Zur Geschichte der Chinesischen Medizin
Kurzfassung
Die Philosophien des Konfuzianismus (ab ca. 500 v. Chr.) und des Daoismus (ab ca. 300 v. Chr.) übten starken Einfluss auf die Entwicklung der Chinesischen Medizin aus. So gehen die Theorien von Yin und Yang oder der fünf Wandlungsphasen auf den Konfuzianismus zurück, jene von Mikrokosmos?Makrokosmos oder des Lebens im Fluss der Natur auf den Daoismus.
In der ersten Blüte der Han-Dynastie, ab ca. 200 v. Chr., liegen die Ursprünge der noch heute praktizierten Traditionellen Chinesischen Medizin. Während der Han-Dynastie wurden die vier Klassiker der Chinesischen Medizin verfasst: "Der Klassiker des Gelben Kaisers", "Der Klassiker der Schwierigkeiten", "Das Buch über Kälteschäden und andere Krankheiten" und die "Materia Medica des Gottes des Ackerbaus". Diese vier Klassiker gelten noch heute als Grundlagenwerke. Es gibt kaum ein modernes Buch, das sich nicht auf mindestens eines dieser vier abstützt.
Interessant ist die Anmerkung, dass die in der Literatur festgehaltene Medizin, die wir heute kennen, keine Volksmedizin, sondern die Hofmedizin war. Die Volksmedizin war kaum je schriftlich festgehalten worden.
Die folgende 2000-jährige Entwicklung der Chinesischen Medizin bis zur Moderne ist äusserst komplex. Die Medizin hat sich dabei keineswegs nur in eine Richtung bewegt. Vielmehr entwickelten sich verschiedene Schulen der TCM.
Aus der Ming-Dynastie (1368?1643) seien zwei wichtige Werke dieser Entwicklung herausgegriffen: Yang Ji-zhou schrieb "Das grosse Buch der Akupunktur". Darin sind bereits 667 der heute 670 akzeptierten Aku-punkturpunkte aufgeführt. Li Shi-zhen verfasste sein "Kompendium der Materia Medica". Dieses Buch beschreibt und klassifiziert ungefähr 2000 Arzneimittel nach der Theorie der TCM.
Während der Zeit der westlich geprägten Republik (ab 1911) geriet die TCM unter Druck und wäre 1929 beinahe ganz verschwunden: Nur massive Proteste des Volkes und der praktizierenden Ärzte verhinderten ein Verbot.
Nach der Machtübernahme der Kommunisten (1949) wurde die TCM einerseits wiederbelebt, andererseits modernisiert und durch die westliche Medizin ergänzt.
Im Jahre 1966 begann die schreckliche Zeit der proletarischen Kultur-revolution. "Aberglauben und Feudalismus" sollten für immer ver-schwinden. Alle TCM-Ausbildungsstätten wurden geschlossen und die noch vor Kurzem anerkannten traditionellen Mediziner wurden zur Arbeit aufs Land geschickt. Viele weniger robuste Menschen, darunter auch einige der berühmtesten und besten Ärzte, erlagen der harten körperlichen Land-arbeit.
Nach dem Ende der Kulturrevolution in den siebziger Jahren begann sich die Lage langsam zu stabilisieren: TCM-Universitäten wurden wieder eröffnet, Textbücher verfasst und Standardausbildungen definiert, natürlich alles von der Partei überwacht. Seit den 80er Jahren gilt die "Drei-Pfade-Politik". Sie betrachtet die TCM, die Westliche Medizin sowie deren Kombination als drei eigene medizinische Systeme, die sich parallel entwickeln sollen.
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